Vita Fekete – auf Deutsch

Prof. Dr. Alexander Fekete lehrt Risiko- und Krisenmanagement am Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Technischen Hochschule Köln. Zuvor war er von 2009 – 2012 Referent am Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn, im Referat II.4: Gefährdungskataster und Schutzkonzepte Kritischer Infrastrukturen. Er schloss seine Promotion (Dr.-Ing.) an der United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS) in Kooperation mit der Universität Bonn unter Herrn Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Janos J. Bogardi 2010 ab. Sein Diplom erwarb er als Geograph 2004 an der Universität Würzburg.

In seiner gegenwärtigen Forschung und Lehre befasst er sich mit gegenseitigen systemischen Interdependenzen von natürlichen, technischen und menschlich beeinflussten Gefahren mit sozialen Verwundbarkeiten und kritischen Infrastrukturen. Weitere Themenfelder sind Interdisziplinarität und integrative Risiko-, Krisen- und Katastrophen-Management Konzepte, Multi-Risiko-Analysen, Anpassung und Resilienz, Risiko- und Krisenkommunikation, sowie Schutz- und Vorsorgeziele im Bevölkerungsschutz.

Beruflicher Werdegang

Seit 2012: Professor für Risiko- und Krisenmanagement am Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) der Technischen Hochschule Köln.

2011 – 2012: Projektgebundener Mitarbeiter am Lehrstuhl I – Physische Geographie am Institut für Geographie und Geologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

2009 – 2012: Referent am Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Bonn, im Referat II.4: Gefährdungskataster und Schutzkonzepte Kritischer Infrastrukturen.

2010: Promotion, (Dr.-Ing.) im Rahmen des Projektes “DISFLOOD” an der UNITED NATIONS UNIVERSITY – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS) in Kooperation mit der Universität Bonn, Titel der Dissertation: Social Vulnerability Assessment for River-Floods in Germany.

2005 – 2009: Resident Scholar & PhD Candidate, Projekte DISFLOOD, KLIMA-PAKT, an der UNITED NATIONS UNIVERSITY – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS).

2005: Nebenberuflicher wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fernerkundung, Universität Würzburg.

2004: Diplom (Dipl.-Geogr.) an der Universität Würzburg. Titel der Arbeit: Massenbewegungen im Elbursgebirge, Iran – im Spannungsfeld zwischen natürlicher Stabilität und anthropogener Beeinflussung.

2002 – 2003: Studentische Hilfskraft u.a. im Projekt DRYSATMAP, Lehrstuhl Physische Geographie, Universität Würzburg.

Eine ausführlichere Vita finden Sie am Ende dieser Seite.

Arbeitsbereiche und -interessen

  • Anpassung an den Klimawandel
  • Bevölkerungsschutz
  • Business Continuity Management
  • Entwicklungszusammenarbeit
  • Humane und zivile Sicherheit
  • Interdisziplinarität
  • Kritikalität von Infrastrukturen
  • Natural & Man-made hazards
  • Risikoanalyse
  • Risikokommunikation
  • Risikomanagement / Risk Governance
  • Sozialökologische Systeme / Systemtheorie
  • Verwundbarkeit und Resilienz

Projekte

KritisFuE

“Überblick über die Forschung mit Bezug zu Kritischen Infrastrukturen auf nationaler, EU und internationaler Ebene sowie Bewertung der Verwendungsmöglichkeit beim Schutz Kritischer Infrastrukturen.“ Auftraggeber: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) (2013).

Projektergebnisse:
Webseite der Projektsteckbriefe
Abschlussbericht der Studie

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Ausfälle oder Beeinträchtigung führen zu nachhaltig wirkenden Versorgungsengpässen in zahlreichen Sektoren und stören damit erheblich die öffentliche Sicherheit. Der Schutz Kritischer Infrastrukturen steht daher immer mehr im Fokus zahlreicher Forschungsprogramme auf nationaler, EU und internationaler Ebene.

Im Auftrag des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erarbeitete das Projekt KritisFuE in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen internationalen Überblick über relevante Forschungsprojekte. Eine Auswertung setzt die vorgestellten Projekte in Bezug zu Themen wie bspw. Krisenmanagement, Interdependenzanalyse und Bewältigungspotentiale der Bevölkerung.

Das Ergebnis des Projektes KritisFuE ist eine Studie, die eine intensivere und effektivere Nutzung von Forschungsergebnissen für den Bevölkerungsschutz als bisher erlaubt. Zudem können zukünftige Projekte leichter an den aktuellen Stand der Forschung anknüpfen und Synergien von mehreren Forschungsinitiativen zu gleichen Themen herausgestellt werden.

KRITIS-KAT
Das Projekt KRITIS-KAT (2009 – 2012) entwickelte am Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ein allgemein anwendbares Kriterien-Set zur Identifizierung und Bewertung von kritischen Infrastrukturen. Entscheidungsträgern insbesondere im Bevölkerungsschutz soll damit eine Priorisierung von Aktivitäten und Maßnahmen im Risikomanagement ermöglicht werden.

DISFLOOD
2005 – 2009 wurde in einem interdisziplinären Projekt von den Projektpartnern United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) ein ‘Disaster information system for large-scale flood events using earth observation’ (DISFLOOD) entwickelt. Das Web-GIS enthält soziale und sozial-ökologische Verwundbarkeitsindices gegenüber Hochwasser an Elbe und Rhein in Deutschland.

 

Vita – Ausführlich

Alexander Fekete erhielt im Dezember 2012 an der Technischen Hochschule Köln eine neu eingerichtete Professur zum Thema „Risiko- und Krisenmanagement“: Risiko- und Krisenmanagement befasst sich in dieser neuen und aktuellen Fachrichtung mit Krisen und Katastrophen, z.B. sog. Naturkatastrophen wie etwa Hochwasser, Erdbeben und Stürmen; mit menschlich und technisch ausgelösten Krisen und Katastrophen wie etwa dem Ausfall von lebenswichtigen Versorgungsinfrastrukturen wie z.B. Wasser Energie oder Notfalls- und Rettungsorganisationen, gravierenden natürlichen, technischen und gesellschaftlichen Veränderungen, z.B. Klimawandel, globaler und demographischer Wandel, technische Innovationen aber auch Cyberangriffe und kaskadenartige Verkettungen von primären und sekundären Gefahreneinwirkungen. Im Zentrum stehen dabei die Auswirkungen auf die Gesellschaft, Umwelt- und Wirtschaftssysteme und die gesamtsystemische Untersuchung der sich gegenseitig bedingenden Einflussgrößen.

Als Beispielereignisse werden u.a. die Folgereaktionen von Stürmen wie Sandy in den USA 2012; von Erdbeben, Tsunami und technischen Unfällen in Japan 2011; jüngste Stromausfälle und vergangene Hochwasser in Deutschland untersucht. Neben der Gefahreneinwirkung geht es dabei im Kern um die Verwundbarkeit, Resilienz, Widerstands- und Anpassungsfähigkeit von Gesellschaft und Infrastruktur, sowie um die Risk Governance von Institutionen. Neben der Krisenbewältigung und dem Wiederaufbau liegt das Augenmerk vordringlich auf der Katastrophenvorsorge, also auf Lerneffekten aus geschehenen Katastrophen wie auch auf der Nutzung von Szenarien und Modellen zur Einschätzung künftiger Ereignisse und präventiver Gegenmaßnahmen.

Diese Professur unterstützt und erweitert damit das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr (IRG) innerhalb der Fakultät 09 um eine Fachrichtung, die in staatlichen wie nichtstaatlichen Organisationen zunehmend gefragt ist. So arbeitet das IRG bereits eng mit Behörden wie dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zusammen. Aber gerade auch Unternehmen suchen zum einen intern Experten für business, enterprise oder supply chain security und zum anderen zunehmend auch Mitarbeiter als Brückenbauer zu anderen Unternehmen und Behörden. Diese „Brückenbauer“ sind auch in der Entwicklungszusammenarbeit oder bei den Vereinten Nationen, aber gerade auch auf lokaler Ebene im Katastrophenschutz gegenwärtig stark gefragt. Damit sind eine Vielzahl neuer Kompetenzen gefragt, methodisch wie konzeptionell, aber auch bzgl. der ‚soft skills’.

Das IRG bietet mit dieser Professur damit eine praxisnahe und innovative Studienrichtung an, die integrative und interdisziplinäre Fähigkeiten in einem komplexen und anspruchsvollen Themenfeld vermittelt. Dies geschieht durch die Einbindung praxisnaher Forschung und Anwendung als elementarem Bestandteil des Unterrichts. Ein modernes und ganzheitliches Risiko- und Krisenmanagementkonzept integriert die Einbindung und Partizipation multipler Akteure und Betroffener, vermittelt Methoden zu räumlichen und zeitlichen Risikoanalysen, Kritikalitäts-, Verwundbarkeits- und Resilienzuntersuchungen, Risikowahrnehung, Evaluierungsverfahren, die Entwicklung von Risikominderungs- und Anpassungsmaßnahmen, sowie Risikokommunikation als zentraler Prozess, der all diese Phasen durchdringt.

Da solch komplexe Systeme und Prozesse ziviler Sicherheit von einer Disziplin allein nicht ausreichend untersucht werden können, sucht diese Professur explizit die Zusammenarbeit zwischen den Instituten und Fakultäten der gesamten Technischen Hochschule. Jedoch ist auch die Vernetzung mit anderen Bildungs-, Forschungs- und Anwender-Organisationen eine Kernaufgabe. Dazu werden sowohl lokal und national aber auch intensiviert international Kooperationen aufgebaut werden. Es bestehen bereits Kontakte u.a. mit den USA, Japan, Großbritannien, Sri Lanka, Indonesien und Südafrika. Das Ziel hinter internationalen Kooperationen und Fallbeispielen ist der Aufbau hochrangiger Forschung und die Förderung interkultureller Kompetenz.

Alexander Fekete, geb. 1976 in Würzburg, studierte von 1999 – 2004Geographie, Geologie und Vor- und Frühgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. In seiner Diplomarbeit untersuchte er den Zusammenhang von natürlichen und menschlichen Faktoren, die zur Entstehung von Erdbeben- und Erdrutschrisiken der Region um die Millionenstadt Teheran beitragen, mittels Satellitenbildverfahren und Geographischen Informationssystemen. Als studentischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeitete er an Klassifizierungsverfahren von Landnutzung, Höhenmodellgenerierungen und der Entwicklung räumlicher Indikatoren anhand optischer Sensoren.

Von 2005 -2009 arbeitete er in Bonn an der United Nations University – Institute for Environment and Human Security (UNU-EHS). Themenschwerpunkte waren Risikoanalysen, soziale Verwundbarkeit, Anpassung an den Klimawandel, Systemtheorie, Resilienz. Eine Aufgabe war die Erstellung eines „Disaster Information Systems for Large-Scale Flood Events Using Earth Observation – DISFLOOD“. Innerhalb dieses interdisziplinären Verbundprojekts war seine Aufgabe die Untersuchung der sozialen Verwundbarkeit der Bevölkerung gegenüber Hochwasserereignissen. Dazu wurden Indikatoren aus demographischen und Landoberflächendaten gebildet und in ein Web-Informationssystem integriert. An der Universität Bonn promovierte er zu diesem Thema 2010.

Als Gutachter arbeitete u.a. für die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (ehemals: GTZ), und das Deutsche Komitee für Katastrophenvorsorge zu Themen der Verwundbarkeits- und Risikoanalyse, des Aufbaus von Frühwarnsystemen und zu internationalen Strategien zur Anpassung an den Klimawandel.

Am Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn war Alexander Fekete von 2009 -2012 angestellt. Schwerpunkte waren Kritische Infrastrukturen, Risiko- und Krisenmanagement, Kritikalitätsanalysen, Schutzziele und Risikokommunikation. Als Referent leitete er das Projekt KritisKAT, das sich mit der Identifizierung und Darstellung von kritischen Infrastrukturelementen mit nationaler und/oder transnationaler Funktion befasste. Ziel war eine Bewertung der Risiken und Entwicklung spezifischer Maßnahmenkataloge für besonders kritische Infrastrukturelemente aus gesellschaftlichem Blickwinkel.

An der Universität Würzburg & anderen Hochschulen, sowie an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundes unterrichtete er Studenten und Berufstätige zu Themen des Risiko- und Krisenmanagements, Risikoanalysen, Kritischen Infrastrukturen, Entwicklungszusammenarbeit, Verwundbarkeit, Resilienz und Risikokommunikation.

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